Bundesgerichtshof - Mitteilung der Pressestelle :

Richter am Bundesgerichtshof Klaus Bliesener im Ruhestand Am 29. Februar 1996 wird der Richter am Bundesgerichtshof Klaus Bliesener in den Ruhestand treten.

Klaus Bliesener wurde am 6. Juli 1932 in Berlin-Spandau geboren. Die juristi- schen Staatsprüfungen bestand er 1955 und 1960 in Erlangen und München jeweils mit "voll gut". Von 1955 bis 1960 war er Assistent bei Prof. Karl Heinz Schwab an der Universität Erlangen. Im Jahre 1961 trat er in den Bayerischen Justiz dienst ein. Er war zunächst als Staatsanwalt und ab 1964 als Landgerichtsrat in München (Schwurgericht) tätig. Von 1967 bis zu seiner Ernennung zum Oberlandes gerichtsrat im Jahre 1970 war er Oberamtsrichter in Roth und Schwabach. Von 1965 bis 1974 leitete er Referendararbeitsgemeinschaften in Nürnberg, von 1970 ab als hauptamtlicher Arbeitsgemeinschaftsleiter. In dieser Zeit war er auch Prüfer für das 1. Juristische Staatsexamen. Von 1971 bis 1974 waren ihm Lehraufträge (strafrechtliche Übungen) an der Universität Erlangen-Nürnberg erteilt. Dem Bundesgerichtshof gehört Klaus Bliesener seit 1975 an. Er wurde dem insbe sondere für Rechtsstreitigkeiten aus Werkverträgen zuständigen VII. Zivilsenat zugewiesen, dem er bis heute - seit 1988 als stellvertretender Vorsitzender - angehört. Daneben war er im Jahre 1975 als Ermittlungsrichter eingesetzt.

Seit 1981 ist er Mitglied der Gemeinsamen Senate der obersten Gerichtshöfe des Bundes. Von 1989 bis 1994 gehörte er dem Richterrat an. In seiner über 20jährigen Tätigkeit am Bundesgerichtshof hat sich Klaus Bliesener mit besonderem Einsatz der Fortentwicklung des privaten Baurechts und des Architektenrechts gewidmet. Viele wichtige Entscheidungen auf diesen Rechtsgebieten stammen aus seiner Feder. Seit 1980 ist er Vorsitzender des Schlich tungsausschusses nach dem Arbeitsrechtsregelungsgesetz der Evang.-luth. Landeskirche Bayern. Der Bundespräsident hat dem scheidenden Richter Dank und Anerkennung für seine dem deutschen Volke geleisteten treuen Dienste ausgesprochen.

Karlsruhe, den 29. Februar 1996