Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichts
Nr. 37/96 vom 28.06.96

Bundesverfassungsrichter a.D. Prof. Dr. Hermann Heußner ist am 18. Juni 1996 im Alter von 70 Jahren verstorben.
Prof. Dr. Heußner gehörte dem Bundesverfassungsgericht von 1979 bis 1989 als Mitglied des Ersten Senats an. Seine richterliche Laufbahn begann im hessischen Justizdienst, führte ihn später an das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen und im Jahre 1969 an das Bundessozialgericht in Kassel, wo ihm 1974 der Vorsitz eines Senats übertragen wurde.

Prof. Heußner ist durch zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen auf dem Gebiet des Arbeits-, Sozialrechts und des Datenschutzes hervorgetreten. An der Universität Gießen lehrte er seit 1977 im Rechtswissenschaftlichen Fachbereich als Honorarprofessor. Er war Mitherausgeber zweier Fachzeitschriften im Bereich der Datenverarbeitung und des Sozialrechts. Die dadurch gewonnenen besonderen Fachkenntnisse und beruflichen Erfahrungen hat Prof. Heußner in reichem Maße in die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts eingebracht und diese im Geiste einer sozialen freiheitlich-demokratischen Grundordnung mit geprägt.
In Anerkennung seiner um Staat und Volk erworbenen besonderen Verdienste wurde Prof. Dr. Heußner im Jahre 1989 mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.
Das Bundesverfassungsgericht bleibt seinem früheren Richter über den Tod hinaus in Dankbarkeit verpflichtet.

Karlsruhe, den 28. Juni 1996