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Pressemitteilung des Bundesverwaltungsgerichts Nr. 4/1997 vom 7. Februar 1997

Walther Fürst vollendet 85. Lebensjahr

Professor Dr. Walther Fürst, der im Jahre 1980 in den Ruhestand getretene Präsident des Bundesverwaltungsgerichts, vollendet am 10. Februar 1997 sein 85. Lebensjahr.

Walther Fürst begann seine berufliche Laufbahn 1938 als Assessor im badischen Landesdienst. Nach Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft war er ab 1948 als Beamter und später als Richter bei verschiedenen Verwaltungsgerichten im badischen Raum tätig. 1953 wurde er zum Bundesrichter am Bundesverwaltungsgericht ernannt und gehörte damit zur "Erstausstattung" des damals in Berlin errichteten Gerichts. Im Jahre 1956 folgte die Ernennung zum Senatspräsidenten und Vorsitzenden des für das Dienstrecht zuständigen Revisionssenats. 1971 wurde ihm das Amt des Vizepräsidenten und 1976 das des Präsidenten des Bundesverwaltungsgerichts übertragen.

Neben seiner richterlichen Tätigkeit hat sich Fürst ferner Verdienst als Hochschullehrer an den Hochschulen Berlins und an der Verwaltungsakademie Berlin erworben. Er war Mitglied des Justizprüfungsamtes Berlin und gehörte zahlreichen bedeutenden Kommissionen und Ausschüssen an, darunter der vom damaligen Bundespräsidenten Carstens eingesetzten Sachverständigenkommission zur Parteienfinanzierung, die ihr Gutachten 1983 vorlegte. Fürst, der sich ebenfalls als Autor juristischer Fachpublikationen, unter anderem eines Gesamtkommentars zum Öffentlichen Dienstrecht, einen Namen gemacht hat, ist Träger des Großen Verdienstkreuzes mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland sowie des Großen Goldenen Ehrenzeichens am Bande der Republik Österreich.