Fachbereich 1 - Rechtswissenschaften 
 
Institut für Rechts- und Sozialphilosophie

 

Lehrstuhl für Rechtssoziologie und Sozialphilosophie

Prof. Dr.Dr.h.c.  Alessandro Baratta

SOCRATES / ERASMUS Programm


Prof. Dr.Dr.h.c. Alessandro Baratta, PD Dr. Gerlinda Smaus und Mitarbeiter

Internationales viersemestriges ERASMUS-Studienprogramm "Strafrechtssysteme und Kritische Kriminologie"

Gegenstand des Studienprogramms, welches sich über eine Studiendauer von zwei Jahren erstreckt, ist die strafrechtssoziologische Analyse europäischer Strafrechtssysteme - ihrer Wirkmechanismen, ihrer Institutionen etc.. Nach einem komparablen Lehrplan werden Veranstaltungen und empirische Untersuchungen an den weiteren sechs Partneruniversitäten - Middlesex (London), Hamburg, Gent, Barcelona, Bologna und Komotini (Nordgriechenland) - durchgeführt.

Jedes der vier Semester wendet sich einem spezifischen Gesichtspunkt der Untersuchung zu:
 
Das Thema des Wintersemesters 1999 / 2000 wurde bestimmt durch die Analyse der sozialen Konstruktion der Kriminalität und des Strafrechts. Die Analyse der Geschichte der Kriminologie zeigte, daß letztendlich die gesellschaftliche Reaktion auf das als abweichend angesehene Verhalten den Charakter des Kriminellen ausmacht.
 

Im Verlauf der Analyse wird sich zeigen, dass das Strafrecht nicht seiner Bestimmung als "gleiches Recht par excellence" gerecht werden kann, weder in formaler, noch in materieller Hinsicht.
Der Frage, welche soziale Funktion das Strafrechtssystem leistet, geht die Diskussion während des dritten Semesters des Veranstaltungszyklus' nach: Vergleicht man die tatsächlichen Leistungen des Strafrechtssystems mit den vorgegebenen Zielen, so stellt sich die Frage, ob nicht ideologisch verschleierte, "latente Funktionen" (R.K.Merton) durch das Strafrechtssystem wahrgenommen werden (WiSe 2000/2001). Den Abschluß des Kurses bildet die Diskussion alternativer Ansätze zur Strafrechtspolitik (SoSe 2001)
 
Ein zentraler Bestandteil des Kurses sind gemeinsam mit den anderen Partnerorganisationen durchgeführte zehntägige Intensivprogramme (Konferenzsprache: englisch), welche durch Zuschüsse des ERASMUS-Büros der EU unterstützt werden  sowie die Möglichkeit  zur Wahrnehmung eines einsemestrigen Auslandsstudiums an einer der Partneruniversitäten (LINK zu den AKTUELL gültigen Mobilitätszahlen!), für die vom DAAD Stipendien und von ERASMUS-Büro die Unterstützung z.B. bei der sprachlichen Vorbereitung (Sprachkurse) gewährt werden.
Die nächsten Intensivprogramme finden  in Gent (Belgien, 30. April bis 7. Mai 2000) und in Barcelona (Herbst 2000) statt.
Die Veranstaltung in Gent widmet sich der Diskussion der in den Ländern der europäischen Gemeinschaft realisierten Konzepte des "Community Policing"; die Veranstaltung in Barcelona hat eine These zum Gegensdtand, nach der die aktuelle Kriminalpolitik das Zeitalter einer neuen globalen strafrechtlichen Apartheid einläutet.
 
T e i l n a h m e b e d i n g u n g e n

Die Struktur des Studienprogramms sieht für jedes der vier Semester die Teilnahme am zentralen Seminar, der sog. "General Topic", sowie, dieses Seminar begleitend, (die abstrakte Theorie am Beispiel erläuternd) die Teilnahme an mindestens einer Arbeitsgruppe, die zu den Themen: Gewalt, Gefängnis, Drogen und Methoden der Kriminologie angeboten werden, vor. Dies, sowie die Teilnahme an mindestens zwei Intensivprogrammen, sind die Voraussetzungen für den Erhalt des Zertifikates, welches von allen Direktoren des Programms unterschrieben wird.

Die Veranstaltung ist geeignet für Studierende der Rechtswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Erziehungswissenschaften und für sonstige Interessierte ab etwa dem dritten Studiensemester sowie für Beschäftigte in den Institutionen der Sozialkontrolle (Sozialarbeiter, Polizisten, Bewährungshelfer etc.).
 

Z u k ü n f t i g e   E n t w i c k l u n g   d e s   S t u d i e n p r o g r a m m s

Die Universität des Saarlandes arbeitet zur Zeit mit den Partnern dieses ERASMUS-Studienprogramms an der Ausarbeitung eines Curriculums für einen kriminologischen Studiengang, der zu dem Abschluß eines "European Master on Criminology and Criminal Justice" führen wird.
Dieser Studiengang wird zur Zeit an drei Partnereinrichtungen institutionalisert: in Barcelona, in London und in Gent.
Die anderen vier Partneruniversitäten bieten Lehrveranstaltungen an, die voll auf die dort notwendigen Studienleistungen anerkannt werden. So ist es z.B. möglich, ein Semester an der Universität des Saarlandes im Rahmen unseres Studienprogramms zu studieren, und die hier erbrachten Leistungsnachweise an der Universiteit Gent anerkennen zu lassen, um dort, nach einem weiteren Semester Studium und der Anfertigung einer Abschlußarbeit den akademisch anerkannten Tiitel zu erlangen.


Das Programm in diesem Sommersemester 2000

  

Weitere Informationen bei Frau PD Dr. Gerlinda Smaus, Geb. 31, Zi. 125 (Tel. 0681-302.3563) oder Herrn Dipl.Soz.  Ralf Steinkamp, Geb. 31, Zi. 124 (Tel. 0681-302.3143).

Anmeldung im Sekretariat Prof. Dr. Alessandro Baratta, Geb. 31, Zi. 123, Tel.: 0681-302.3153



Last update on 10.04.2000 by Ralf Steinkamp