| 1. |
Arbeitsgemeinschaft / strafrechtssoziologischeÜbung:
"Soziologische Analyse und Kritik alternativerAnsätze
zur strafrechtlichen Sozialkontrolle durch das Gefängnis"
im Rahmen des internationalen SOCRATES/ERASMUS-Studienprogramms
"Das Strafrechtssystem und die kritische Kriminologie"
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| 2. |
Allgemeines |
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a) Zeit und Ort: |
Vorbesprechungen: Mittwochs
(21.04. & 02.06.1999), 09:30 - 11:00 Uhr (s.t.)
Blockveranstaltungen am:
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Freitag, 02.07.1999, 09:00 - 16:00 Uhr (s.t.), Geb. 31 /
001
-
Sonntag, 04.07.1999, 09:00 - 16:00 Uhr (s.t.), Geb. 31 /
001
-
Donnerstag, 08.07.1999, 09:00 - 16:00 Uhr (s.t.), Ort nach
Absprache
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b) Beginn der Lehrveranstaltung:
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14. April 1999 |
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c) Geeignet ab welchem Semester:
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4. Semester (oder nach Rücksprache) |
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d) Voraussetzungen für Erhalt
des Leistungsnachweises:
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Ausarbeitung und Präsentation
von drei Kurzreferaten;
aktive und regelmäßigeTeilnahme |
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e) Nützliche Parallelveranstaltungen: |
Teilnahme an den Veranstaltungen
i.R. des ERASMUS-Studienprogramms "Strafrechtssysteme und Kritische Kriminologie"
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| 3. |
Charakteristikder
Lehrveranstaltung
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a) Ziel: |
Das Gefängnis, wie wir es
kennen, gilt schon lange nicht mehr als gelungene Lösung der durch
das Strafrecht definierten gesellschaftlichen Probleme.
Es stellen sich also Fragen nach den Alternativen zu
dem heutigen Strafvollzugssystem.
Diversion, Täter-Opfer-Ausgleich,
Abolitionismus, Nouvelle Prévention, minimales
Strafrecht - aber auch: Privatisierung der sozialen Kontrolle
und der Gefängnisse, das elektronische Halsband, "actuarial
justice", Fahrverbote etc. sind Vorschläge zu Maßnahmen,
die, auf jeweils eigene Weise, bestimmte Defizite des derzeitigen Strafvollzugssystems
zu überwinden suchen.
Leistungen und Nebenwirkungen dieser alternativen Ansätze
sollen im Rahmen dieser Veranstaltung dargestellt und kritisch diskutiert
werden.
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b) Organisation: |
-
"Übung zur Speziellen Soziologie" ("strafrechtssoziologische
Übung") gemäß Studienordnung FR 6.3 Soziologie
-
FB 1: Arbeitsgemeinschaft (2 CP)
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c) Literatur: |
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Liste mit bibliographischen Angaben relevanter Literatur;
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Ordner mit Kopiervorlagen;
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Handapparat
Es wird ein Reader mit wichtigen, grundlegenden Textausschnitten
zur Geschichte der kriminologischen Theorie (von der Ätiologie zur
Kritischen Kriminologie) erstellt. Abzuholen ab dem 09.06.1999 im Sekretariat
Prof. Baratta, Geb. 31 / Zi. 123.
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| 4. |
Sonstiges |
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a) Anmeldung: |
Sekretariat Prof. Baratta, Zi.
123, Geb. 31
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b) Sprechstunde: |
Mittwochs 11-14 Uhr, Geb. 31,
Zi. 124, Tel.: 302-3143 oder nach Absprache (telephonisch oder per email) |
21.04.1999
02.06.1999 |
VORBESPRECHUNGEN / THEMENVERGABE
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ab
09.06.1999 |
Bereitstellung eines Readers mit wichtiger
vorbereitender Literatur:
LITERATUR:
a) Von der "ätiologischen" zur "Kritischen
Kriminologie"
Teil I: "Ätiologische Kriminologie:
Auf der Suche nach den Merkmalen des Kriminellen"
1.) Auszüge aus: Siegfried Lamnek, Theorien abweichenden
Verhaltens. Eine Einführung für Soziologen, Psychologen, Pädagogen,
Juristen, Politologen, Kommunikationswissenschaftler u. Sozialarbeiter,
München 1979
2.) Alessandro Baratta, Auszüge aus dem MS "Das Strafrecht
und die Kritische Kriminologie"
Teil II: "Soziologie des abweichenden Verhaltens:
Kriminalität als sozial wandelbarer Begriff"
3.) Emile Durkheim, Kriminalität als "normales"
Phänomen, aus: ders., Die Regeln der soziologischen Methode,
wiederabgedruckt in: Fritz Sack / René König (Hrsg.),
Kriminalsoziologie, Frankfurt / M. 1968, S. 3 - 8
4.) Auszüge aus: Robert K. Merton, Sozialstruktur
und Anomie, in: Fritz Sack / René König (Hrsg.), Kriminalsoziologie,
Frankfurt / M. 1968, S. 283 - 313
Teil III: "Labeling Approach: Kriminalität
als Ergebnis eines Zuschreibungsprozesses"
5.) Auszüge aus: Howard S. Becker, Außenseiter.
Zur Soziologie abweichenden Verhaltens, Frankfurt / M. 1973, S. S. 1 -
16
6.) Wolfgang Keckeisen, (zum Paradigmenwechsel in der Kriminologie)
- Auszüge
Teil IV: "Kritische Kriminologie: soziologische
Analyse der Regeln der Zuschreibungsprozesse"
7.) Fritz Sack, Definition von Kriminalität als
politisches Handeln - der labeling approach, in: KrimJ (1) 1972, S. 1 -
31
8.) Gerlinda Smaus, Versuch um eine materialistisch-interaktionistische
Kriminologie, in: KrimJ, 1. Beiheft, 1986, S. 179 - 199
9.) Alessandro Baratta, Auszüge aus dem MS "Das Strafrecht
und die Kritische Kriminologie"
b) Überblick zur aktuellen Kriminalpolitik
Teil V:
10.) Hans Joachim Schneider, Kriminalpolitik an der Schwelle
zum 21. Jahrhundert : eine vergleichende Analyse zur inneren Sicherheit,
Berlin [u.a.] 1998 - Auszüge
PS: Der Reader ist erhältlich
im Sekretarieat Prof. Baratta (Geb. 31 / Zi. 123) gegen einen Kostenbeitrag
von DM 10,-
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| Termin
1 |
Freitag, 02. Juli 1999, 09:00
- 16:00 Uhr, Geb. 31 / Raum 001 |
| Block I |
Einführung in die Thematik |
| 1.) |
a.) Gesellschaftstheoretische Kategorien und Kriterien
der Analyse sozialer Kontrolle und der Disziplinierung: Soziale Exklusion
vs. Teilhabe am politischen Prozeß, Individualisierung, Macht und
die Reproduktion von Herrschaft
LITERATUR:
-
Disziplinierung -
(R) Patrick Bittes
Was bedeutet "Disziplinierung"?
Vergleich: Disziplinierung - Kontrolle. Begriff der Disziplinargesellschaft.
Indikatoren der Disziplinierung. Methoden der Disziplinierung.
1.) Michel Foucault, Überwachen und Strafen, Frankfurt
/ M. 1986, Kapitel III: Disziplin
-
Exklusion -
(R) Torsten Simon & Oliver Schiffmann
Was bedeutet "Exklusion"? Vergleich
Exklusion - Inklusion. Begriff einer "exklusiven Gesellschaft "bzw. einer
Exklusions-Gesellschaft. Indikatoren der Exklusion.
2.) Jock Young, The Exclusive Society, MS, London 1999,
daraus das 1. Kapitel: "Inclusion and Exclusion in Late Modern Societies",
sowie das 3. Kapitel: "Bulimia and Cannibalism"
3.) Martin Kronauer, "Soziale Exklusion"- in: Grossstadt.
Soziologische Stichworte, hrsg. v. Hartmut Häussermann, o.O. (Leske
+ Budrich) 1998
4.) Martin Kronauer, Soziale Ausgrenzung udn Underclass":
Über neue Formen der gesellschaftlichen Spaltung, in: Leviathan. Zeitschrift
für Sozialforschung, 1997, Heft 1, S. 28 - 49
diesbezüglich auch von Interesse:
5.) Loic J.D. Wacquant, Vom wohltätigen Staat zm strafenden
Staat: Über den politischen Umgang mit dem Elend in Amerika, in: Leviathan,
1997, Heft 1, S. 50 - 66
-
Soziale Teilhabe, Partizpation und die Kolonialisierung
der kommunikativen Lebenswelt - (R) Nicole
Riegger
Was bedeutet "Partizipation"?
Vergleich Exklusion - Partizipation. Normative Begründung der politischen
Teilhabe-Rechte. Indikatoren der Beschränkung von Partizipation.
4.) Jürgen Habermas, Theorie
des kommunikativen Handelns, Bd. 2: Zur Kritik der funktionalistischen
Vernunft, Frankfurt / M. 1981, S. 182 - 228
5.) Jürgen Habermas, Diskursethik - Notizen zu
einem Begründungsprogramm, in: ders. Moralbewußtsein und kommunikatives
Handeln, Frankfurt / M. 1983, S. 53 - 126
-
Individualisierung als Bedingung der Möglichkeit
von Machtbildung - (R) Jan Oppermann
Was bedeutet "Individualisierung"?
Grundlegende Mechanismen der Machtbildung. Was bedeutet "Macht" / "Herrschaft"?
Leben wir in einer Individualisierungs-Gesellschaft? Wird die Individualisierung
ausgenutzt, um sozialeHerrschaftspositionen zu sichern ud zu reproduzieren?
6.) Ulrich Beck, Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine
andere Moderne (insbes. Kap. V, S. 205 - 219), Frankfurt / M. 1986
7.) Heinrich Popitz, Prozesse der Machtbildung, 2.
Aufl., Freiburg i. Br. 1969
|
| 2.) |
b.) Begründung der Diskussion alternativer Formen
des sozialen Umgangs mit sozialer Abweichung - Durch welche sozialen Phänomene
wird das Gefängnis delegitimiert ? Welche latente Funktion
erfüllt das Strafrechtssystem? (Rückblick auf die Veranstaltung
im WS 1998 / 99) -
(R) Anja Donauer & Canar Ciftin & HaPe Bottlender
Eine Methode zur Überprüfung der
Legitimität sozialer Institutionen ist, festzustellen, inwiefern die
Institution ihrer legitiminerenden Intention gerecht wird: Übersetzt
auf unsere Fragestellung heißt dies: Leistet das Gefängnis tatsächlich,
was es zu leisten vorgibt - leistet es das, wodurch es sich im politischen
Diskurs legitimiert - also z.B.: Erfüllt es erfolgreich die Aufgabe
der Abschreckung? Erfüllt es erfolgreich die Aufgabe der Festigung
gesellschaftlicher Werte und Normen? Erfüllt es erfolgreich die Aufgabe,
die Insassen zu integrierten Mitgliedern der Gesellschaft zu resozialisieren?
Eine zweite Methode der Überprüfung
der Legitimität setzt eher extern an: dabei geht es darum, die Legitimitätsansprüche
der Institution Gefängnis selbst kritisch zu hinterfragen - -z.B.
den Anspruch nach "Re-Sozialisierung", den Anspruch nach Festigung einer
bestimmten normativen Ordnung (hier lautet die Frage z.B. ob diese Ordung
überhaupt einen - "moralischen" - Anspruch auf Festigung und Reproduktion
erheben darf...)
(PS: Zum Verhältnis Legitimation - Legalität
- vgl. Max Weber, Wirtschaft und Gesellschaft - Teil 1: Soziologische Grundbegriffe)
LITERATUR:
1.) Alessandro Baratta, Integration - Prävention.
Eine systemtheoretische Neubegründung der Strafe, in: KrimJ 16/1985,
S. 38 - 51
2.) Gerlinda Smaus, Technokratische Legitimierungen
des Strafrechts. Die Flucht nach vorne in die Generalprävention, in:
ZS für Rechtssoziologie, 1985, S. 90 - 103
3.) Alessandro Baratta / Michele Silbernagl,
Neue Legitimationsstrategien des Strafrechts und ihre Kritik als Realitätskritik,
in: KrimJ 1988, S. 32 - 49
4.) MS der Arbeitsgruppe Argiles / Biewer / Gottfreund / Himmelmann
/ Oppermann / Petry / Stephan zum SOKRATES-Intensivprogramm "Legitimations,
Functions and Effects of Criminal Justice" in Vught / NL, 28.04.1999
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| 3.) |
c.) Diskussion eines Vorschlags zur Begrenzung des strafrechtlichen
Eingriffs und der Möglichkeit, diesen Ansatz als Folie der Diskussion
zu nutzen: Alessandro Baratta's Modell des minimalen Strafrechts.
("Reduktionismus") -
(R) Sabine Bechtoldt & Stefan Biewer & José Argiles
Ausgehend von den Gedanken der liberalen Strafrechtstheorie
eines Cesare Beccaria entwickelt Baratta einen Rahmen für ein legitimes
Strafrechtssystem. Es soll untersucht werden, inwieweit diese Konzeption
der Kritik am Bestehenden selbst zu enkommen vermag. Dabei sollen einerseits
die zugrundeliegenden normativen "Anker" ("Menschenrechte" / "menschliche
Bedürfnisse"), andererseits die Aspekte eines sozialen Ausschlusses
und der Teilhabe am politischen Leben besonders beachtet werden.
LITERATUR:
1.) Alessandro Baratta, Prinzipien des minimalen Strafrechts.
Die Menschenrechte als innere und äußere Begrenzung des Strafrechts,
in: G. Kaiser / H. Kury / H.-J. Albrecht (Hrsg.), Kriminologische
Forschung in den 80er Jahren, Freiburg i. Br. 1998, S. 513 - 537
|
| Termin 2 |
Sonntag, 04. Juli 1999, 09:00
- 16:00 Uhr, Geb. 31 / Raum 001 |
| Block II |
Aktuelle Vorschläge zur Strafreform |
| 4.) |
a.) Führerscheinentzug - "kleine, aber fühlbare
Strafe in 'unauffälligem' Gewand"?
- (R) Patrick Bittes
"Führerscheinentzug" war das Schlagwort
zu einer ersten Strafrechtsreform der rot-grünen Koalition im Herbst
1998.
In der Veranstaltung sollen zunächst die Vorstellungen,
die mit dieser Strafform verbunden sind, dargestellt werden: Wann soll
der Führerscheinentzug angewandt werden? Auf welche Klientel? Was
erhofft man sich für Vorteile aus dieser Strafform?
In einem zweiten Schritt der Auseinandersetzung sollen
die möglichen Auswirkungen der Anwendung dieser Strafe diskutiert
werden - und zwar einesteils der Perspektive der soziologischen Analyse,
andernteils aus der Perspektive von Baratta's "minimaler" Strafrechts-Konzeption.
LITERATUR:
1.) verschiedene Zeitungsausschnitte Der Spiegel, Die Zeit, FAZ
etc. (Herbst 1998) / Literaturrecherche
2.) Veröffentlichungen der Bundestagsparteien
|
| 5.) |
b.) Das "elektronische Halsband" - überwachtes
Leben in der Normalität?
- (R) Anja Donauer & Canar Ciftin
LITERATUR:
1.) Michael Lindenberg, Überwindung der Mauern: Das
elektronische Halsband, (Diplomarbeit, HH) München 1992
2.) Katja Wittstamm, Elektronischer Hausarrest? Zur Anwendbarkeit
eines amerikanischen Sanktionsmodells in Deutschland, Baden-Baden 1999
(zugl. Saarbrücken, Univ., Diss., 1998)
3.) Michael Lindenberg, Neues aus dem Technoland. Elektronifizierte
Kontrolle in der ambulanten Straffälligenarbeit, in: Neue Kriminalpolitik,
1 1993, S. 18 - 24
|
| 6.) |
c.) Was bedeutet eine "Privatisierung der Gefängnisse"?
- (R) Jan Oppermann & José Argiles
LITERATUR:
1.) Detlev Nogala, Was ist eigentlich so 'privat'
an der 'Privatisierung sozialer Kontrolle'? in: Fritz Sack / Michael
Voß / Detlev Frehsee / Albrecht Funk / Herbert Reinke (Hrsg.),
Privatisierung staatlicher Kontrolle: Befunde, Konzepte, Tendenzen, Baden-Baden
1995
2.) Heike Jung, Zur Privatisierung des Strafrechts, in: Heike
Jung / Heinz Müller-Dietz / Ulfrid Neumann (Hrsg.), Perspektiven der
Strafrechtsentwicklung, Baden-Baden 1996, S. 69 - 78
3.) Heike Jung, Paradigmawechsel im Strafvollzug? Eine Problemskizze
zur Privaisierung der Gefängnisse, in: G. Kaiser / H. Kury
/ H.-J. Albrecht (Hrsg.), Kriminologische Forschung in den 80er Jahren,
Freiburg i. Br. 1998, S. 377 - 387
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| Block III |
Die "großen" Gegenentwürfe |
| 7.) |
a.) Abolitionismus - die Abschaffung des Strafens
und des Strafrechts -
(R) Sabine Bechtoldt & Stefan Biewer & HaPe Bottlender
LITERATUR:
1.) Thomas Mathiesen, Überwindet die Mauern!
Die. skandinavische. Gefangenenbewegung als Modell politischer Randgruppenarbeit,
Neuwied [u.a.] (Luchterhand) 1979
2.) Nils Christie, Grenzen des Leids, Bielefeld 1986
3.) Gerlinda Smaus, Gesellschaftsmodelle in der abolitionistischen
Bewegung, in KrimJ 1/1986, S. 2 - 22
|
| 8.) |
b.) Diversion - Auflösung eines Konflikts
unter Zurhilfenahme alternativer pädagogischer und sozialarbeiterischer
Methoden -
(R) Oliver Schiffmann & Torsten Simon
LITERATUR:
1.) Wolfgang Ludwig, Diversion: Strafe in neuem Gewand,
Berlin / New York 1989
|
| 9.) |
c.) Mediation / Täter-Opfer-Ausgleich - die
Vermittlung zwischen "Konfliktparteien"
- (R) Nicole Riegger
LITERATUR:
1.) Claudius Meßner, Hermes oder: über
die Rolle "alternativer" Sanktionen in der Jugendpolitik und die Idee der
Mediation, in: KrimJ 3/1996
2.) Claudius Meßner, Recht im Streit. Das Jugendstrafrecht,
die alternativen Sanktionen und die Idee der Mediation, Pfaffenweiler 1996
3.) Heike Jung, Mediation: Paradigmawechsel in der Konfliktregelung?,
in: Festschrift für Joachim Schneider, Berlin / New York 1998, S.
914 - 926
|
| Termin 3 |
Donnerstag, 08. Juli 1999,
09:00 - 16:00 Uhr, Ort nach Absprache |
| Block IV |
Ausblick: Neuere Tendenzen - Neue Prävention
|
| 10.) |
a) Allgemeines zur Einschätzung dergegenwärtigen Kriminalpolitik
- (R) HaPe Bottlender & Nicole Riegger
& Torsten Simon & Oliver Schiffmann
LITERATUR:
1.) Hubert Beste, "Sicherheitsgesetze" contra Risikogesellschaft
oder: Durchstarten zum Sicherheitsstaat?, in: KrimJ 21 / 1989, S. 243 -
248
2.) Hubert Beste / Hartmut Wagner, Strafrecht,
gesellschaftliche Sicherheit und demokratische Teilhabe, in KrimJ, 3.Beiheft,
1991, S. 24 - 40
3.) Alessandro Baratta, Jenseits der Strafe - Rechtsgüterschutz
in der Risikogesellschaft. Zur Neubewertung der Funktionen des Strafrechts,
in FS Arthur Kaufmann zum 70. Geburtstag, Heidelberg 1993, S. 393 - 416
4.) Hubert Beste, Urban Control: Globalisierung, Regulation
und Kriminalitätskonstruktion, S. 183 - 198 in: Detlev Frehsee / Gabi
Löschper / Gerlinda Smaus, Konstruktion der Wirklichkeit durch Kriminaltät
und Strafe, Baden-Baden 1997
5.) Loic J.D. Wacquant, Vom wohltätigen Staat
zm strafenden Staat: Über den politischen Umgang mit dem Elend in
Amerika, in: Leviathan, 1997, Heft 1, S. 50 - 66
|
| 11.) |
a.) Die Untersuchung über die besondere Wirkung
"zerbrochener Fensterscheiben" - und die Umsetzung im Rahmen des
sog. "New Yorker Polizeimodells"
- (R) Jan Oppermann & Canar Ciftin
("Broken Windows")
- (R) Sabine Bechtoldt ("Zero Tolerance")
- (R) Patrick Bittes (Organisatorische Umsetzung
des New-Yorker Modells)
LITERATUR:
1.) James Q. Wilson / George L.Kelling, Broken Windows. The
police and the neighborhood safety, in: The Atlantic Monthly, 249 (1982),
3, S. 30 ff. (dtsch. in: KrimJ. 2/1996, S. 116 - 137, mit einer
Einleitung von Fritz Sack versehen)
2.) Henner Hess, New York zieht die Lehren aus den zerbrochenen
Fensterscheiben, in: KrimJ 3/1996
3.) Rainer Prätorius, Die Gemeinschaft und ihre Verbrecher.
Neue Wege in der Kriminalitätskontrolle in den USA, in: PuZ, B 19
/ 98, S. 21 - 32
4.) Dreher G./ Feltes Th. (Hrsg.), Das Modell New York: Krimimalprävention
durch 'Zero tolerance'? (Empirische Polizeiforschung, Vol. 12), Holzkirchen
1997
5.) Hecker W., 'Vorbild New York? Zur aktuellen Debatte über
einen neue Sicherheits- und Kriminalpolitik', Kritische Justiz, 4/1997,
pp. 395-410
6.) Hess Henner, 'Fixing Broken Windows and Bringing Down
Crime. Die New Yorker Polizeistrategie der neunziger Jahre', Kritische
Justiz, 1/1999, pp. 32-57
7.) Michael Jakobson, New York City: an Overview of
Corrections, Probation and Other Criminal Justice Trends, Symposium on
Crime and Prisons in the City, London 1997
8.) Ortner H./ Pilgram A./ Steinert H. (Hrsg.), Die Null-Lösung:
New Yorker "Zero-Tolerance"-Politik - Das Ende der urbanen Toleranz?,
Baden-Baden 1998
9.) Jan Wehrheim, Von Urban Underclass zu Zero Tolerance.
Über Armut und Polizei in US-amerikanischen Städten, in: Forum
Wissenschaft 2 / 1999, S. 6 - 11.
10.) Silke Nyssen, Arme New Yorker: Kontrolle und Marginalisierung
in der New Yorker Sozialpolitik, in: Helmut Ortner (u.a.; Hrsg.) Die Null-Lösung,
Baden-Baden 1998
|
| 12.) |
b.) Die "Risikogesellschaft" ist bestrebt, die
Chancen für das Auftreten krimineller Abweichung zu minimieren - "Actuarial
Justice": sich manifestierende, statistisch feststellbare Erfahrungen
werden umgesetzt in generalpräventive Maßnahmen der Institutionen
sozialer Kontrolle... -
(R) Anja Donauer & Stefan Biewer & Jose Argiles
LITERATUR:
Malcolm Feeley / Jonathan Simon, Actuarial Justice: the Emerging
New Criminal Law, in: David Nelken (ed.) The Futures of Criminology,
London / Thousand Oaks / New Dehli (Sage) 1994
Alessandro De Giorgi, Le teorie della penologia attuariale
(Tesi di Laurea, Università degli Studi di Bologna), 1997/98
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| Schluß |
Abschlußdiskussion - Ausblick auf die Anschlußveranstaltung
im Wintersemester 1999/2000 "Soziologische Analyse und Kritik kommunaler
Sicherheitskonzepte"
|
| Termin 4 |
(Während der Semesterferien, etwa Mitte
/ Ende September) |
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Vorbesprechung zur Planung des Beitrages zum SOKRATES-Intensivprogramm
"Exclusion in European Criminal Justice Systems" an der Middlesex-University,
London
|