Institut für Rechts-und Sozialphilosophie
Lehrstuhlfür Rechtssoziologie und Sozialphilosophie
Prof.Dr.Alessandro Baratta


Ralf Steinkamp, Dipl.Soz.
Institut für Rechts- und Sozialphilosophie
Geb. 31 / Zi. 124
Universität des Saarlandes
Postfach 151150
66041 Saarbrücken

1.
Arbeitsgemeinschaft / strafrechtssoziologischeÜbung: 
"Soziologische Analyse und Kritik alternativerAnsätze zur strafrechtlichen Sozialkontrolle durch das Gefängnis" 
im Rahmen des internationalen SOCRATES/ERASMUS-Studienprogramms 
"Das Strafrechtssystem und die kritische Kriminologie"
2. Allgemeines
  a) Zeit und Ort: Vorbesprechungen: Mittwochs (21.04. & 02.06.1999), 09:30 - 11:00 Uhr (s.t.) 

Blockveranstaltungen am:  

  • Freitag, 02.07.1999, 09:00 - 16:00 Uhr (s.t.), Geb. 31 / 001
  • Sonntag, 04.07.1999, 09:00 - 16:00 Uhr (s.t.), Geb. 31 / 001
  • Donnerstag, 08.07.1999, 09:00 - 16:00 Uhr (s.t.), Ort nach Absprache
  b) Beginn der Lehrveranstaltung:  
 
14. April 1999
  c) Geeignet ab welchem Semester:  
 
4. Semester (oder nach Rücksprache)
  d) Voraussetzungen für Erhalt des Leistungsnachweises: 
 
Ausarbeitung und Präsentation von drei Kurzreferaten;  
aktive und regelmäßigeTeilnahme
  e) Nützliche Parallelveranstaltungen: Teilnahme an den Veranstaltungen i.R. des ERASMUS-Studienprogramms "Strafrechtssysteme und Kritische Kriminologie" 
 
3. Charakteristikder Lehrveranstaltung 
 
  a) Ziel: Das Gefängnis, wie wir es kennen, gilt schon lange nicht mehr als gelungene Lösung der durch das Strafrecht definierten gesellschaftlichen Probleme.  
Es stellen sich also Fragen nach den Alternativen zu dem heutigen Strafvollzugssystem.  
Diversion, Täter-Opfer-Ausgleich, Abolitionismus, Nouvelle Prévention, minimales Strafrecht - aber auch: Privatisierung der sozialen Kontrolle und der Gefängnisse, das elektronische Halsband, "actuarial justice", Fahrverbote etc. sind Vorschläge zu Maßnahmen, die, auf jeweils eigene Weise, bestimmte Defizite des derzeitigen Strafvollzugssystems zu überwinden suchen.  
Leistungen und Nebenwirkungen dieser alternativen Ansätze sollen im Rahmen dieser Veranstaltung dargestellt und kritisch diskutiert werden. 
 
  b) Organisation:
  • "Übung zur Speziellen Soziologie" ("strafrechtssoziologische Übung") gemäß Studienordnung FR 6.3 Soziologie  
  • FB 1: Arbeitsgemeinschaft (2 CP)
  c) Literatur:
  • Liste mit bibliographischen Angaben relevanter Literatur; 
  • Ordner mit Kopiervorlagen; 
  • Handapparat  
Es wird ein Reader mit wichtigen, grundlegenden Textausschnitten zur Geschichte der kriminologischen Theorie (von der Ätiologie zur Kritischen Kriminologie) erstellt. Abzuholen ab dem 09.06.1999 im Sekretariat Prof. Baratta, Geb. 31 / Zi. 123. 
 
4. Sonstiges
  a) Anmeldung: Sekretariat Prof. Baratta, Zi. 123, Geb. 31 
 
  b) Sprechstunde:  Mittwochs 11-14 Uhr, Geb. 31, Zi. 124, Tel.: 302-3143 oder nach Absprache (telephonisch oder per email)

Veranstaltungsplanung:
 
 
 
Es ist vorgesehen,  vier thematische Blöcke zu konzipieren, die während dreier Ganztags-Veranstaltungen sowie einer Nachbesprechung behandelt werden:
 
21.04.1999 
02.06.1999
VORBESPRECHUNGEN / THEMENVERGABE 
ab   
09.06.1999
Bereitstellung eines Readers mit wichtiger vorbereitender Literatur:  
  
LITERATUR: 

a) Von der "ätiologischen" zur "Kritischen Kriminologie" 

Teil I: "Ätiologische Kriminologie: Auf der Suche nach den Merkmalen des Kriminellen" 
  
1.) Auszüge aus: Siegfried Lamnek, Theorien abweichenden Verhaltens. Eine Einführung für Soziologen, Psychologen, Pädagogen, Juristen, Politologen, Kommunikationswissenschaftler u. Sozialarbeiter, München 1979 
2.) Alessandro Baratta, Auszüge aus dem MS "Das Strafrecht und die Kritische Kriminologie" 

Teil II: "Soziologie des abweichenden Verhaltens: Kriminalität als sozial wandelbarer Begriff" 
  
3.) Emile Durkheim, Kriminalität als "normales" Phänomen, aus: ders., Die Regeln der soziologischen Methode, wiederabgedruckt in: Fritz Sack / René König (Hrsg.), Kriminalsoziologie, Frankfurt / M. 1968, S. 3 - 8 
4.) Auszüge aus: Robert K. Merton, Sozialstruktur und Anomie, in: Fritz Sack / René König (Hrsg.), Kriminalsoziologie, Frankfurt / M. 1968, S. 283 - 313 

Teil III: "Labeling Approach: Kriminalität als Ergebnis eines Zuschreibungsprozesses" 
  
5.) Auszüge aus: Howard S. Becker, Außenseiter. Zur Soziologie abweichenden Verhaltens, Frankfurt / M. 1973, S. S. 1 - 16  
6.) Wolfgang Keckeisen, (zum Paradigmenwechsel in der Kriminologie) - Auszüge 

Teil IV: "Kritische Kriminologie: soziologische Analyse der Regeln der Zuschreibungsprozesse" 
  
7.) Fritz Sack, Definition von Kriminalität als politisches Handeln - der labeling approach, in: KrimJ (1) 1972, S. 1 - 31  
8.) Gerlinda Smaus, Versuch um eine materialistisch-interaktionistische Kriminologie, in: KrimJ, 1. Beiheft, 1986, S. 179 - 199 
9.) Alessandro Baratta, Auszüge aus dem MS "Das Strafrecht und die Kritische Kriminologie" 
 
b) Überblick zur aktuellen Kriminalpolitik 

Teil V:  
 
10.) Hans Joachim Schneider, Kriminalpolitik an der Schwelle zum 21. Jahrhundert : eine vergleichende Analyse zur inneren Sicherheit, Berlin [u.a.] 1998 - Auszüge  


PS: Der Reader ist erhältlich im Sekretarieat Prof. Baratta (Geb. 31 / Zi. 123) gegen einen Kostenbeitrag von DM 10,-

Termin 1 Freitag, 02. Juli 1999, 09:00 - 16:00 Uhr, Geb. 31 / Raum 001
Block I Einführung in die Thematik
1.) a.) Gesellschaftstheoretische Kategorien und Kriterien der Analyse sozialer Kontrolle und der Disziplinierung: Soziale Exklusion vs. Teilhabe am politischen Prozeß, Individualisierung, Macht und die Reproduktion von Herrschaft 
 
LITERATUR:  
  • Disziplinierung - (R) Patrick Bittes

  •   
    Was bedeutet "Disziplinierung"? Vergleich: Disziplinierung - Kontrolle. Begriff der Disziplinargesellschaft. Indikatoren der Disziplinierung. Methoden der Disziplinierung.
1.) Michel Foucault, Überwachen und Strafen, Frankfurt / M. 1986, Kapitel III: Disziplin 
  •  Exklusion - (R) Torsten Simon & Oliver Schiffmann

  •   
    Was bedeutet "Exklusion"? Vergleich Exklusion - Inklusion. Begriff einer "exklusiven Gesellschaft "bzw. einer Exklusions-Gesellschaft. Indikatoren der Exklusion. 
2.) Jock Young, The Exclusive Society, MS, London 1999, daraus das 1. Kapitel: "Inclusion and Exclusion in Late Modern Societies", sowie das 3. Kapitel: "Bulimia and Cannibalism" 
3.) Martin Kronauer, "Soziale Exklusion"- in: Grossstadt. Soziologische Stichworte, hrsg. v. Hartmut Häussermann, o.O. (Leske + Budrich) 1998 
4.) Martin Kronauer, Soziale Ausgrenzung udn Underclass": Über neue Formen der gesellschaftlichen Spaltung, in: Leviathan. Zeitschrift für Sozialforschung, 1997, Heft 1, S. 28 - 49 
    diesbezüglich auch von Interesse: 
5.) Loic J.D. Wacquant, Vom wohltätigen Staat zm strafenden Staat: Über den politischen Umgang mit dem Elend in Amerika, in: Leviathan, 1997, Heft 1, S. 50 - 66 
  • Soziale Teilhabe, Partizpation und die Kolonialisierung der kommunikativen Lebenswelt - (R) Nicole Riegger

  •   
    Was bedeutet "Partizipation"? Vergleich Exklusion - Partizipation. Normative Begründung der politischen Teilhabe-Rechte. Indikatoren der Beschränkung von Partizipation. 
4.) Jürgen Habermas, Theorie des kommunikativen Handelns, Bd. 2: Zur Kritik der funktionalistischen Vernunft, Frankfurt / M. 1981,  S. 182 - 228  
5.) Jürgen Habermas, Diskursethik - Notizen zu einem Begründungsprogramm, in: ders. Moralbewußtsein und kommunikatives Handeln, Frankfurt / M. 1983, S. 53 - 126 
  • Individualisierung als Bedingung der Möglichkeit von Machtbildung - (R) Jan Oppermann

  •   
    Was bedeutet "Individualisierung"? Grundlegende Mechanismen der Machtbildung. Was bedeutet "Macht" / "Herrschaft"? Leben wir in einer Individualisierungs-Gesellschaft? Wird die Individualisierung ausgenutzt, um sozialeHerrschaftspositionen zu sichern ud zu reproduzieren? 
6.) Ulrich Beck, Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne (insbes. Kap. V, S. 205 - 219), Frankfurt / M. 1986 
7.) Heinrich Popitz, Prozesse der Machtbildung, 2. Aufl., Freiburg i. Br. 1969 
2.) b.) Begründung der Diskussion alternativer Formen des sozialen Umgangs mit sozialer Abweichung - Durch welche sozialen Phänomene wird das Gefängnis delegitimiert ? Welche latente Funktion erfüllt das Strafrechtssystem? (Rückblick auf die Veranstaltung im WS 1998 / 99)  - (R) Anja Donauer & Canar Ciftin & HaPe Bottlender 
    Eine Methode zur Überprüfung der Legitimität sozialer Institutionen ist, festzustellen, inwiefern die Institution ihrer legitiminerenden Intention gerecht wird: Übersetzt auf unsere Fragestellung heißt dies: Leistet das Gefängnis tatsächlich, was es zu leisten vorgibt - leistet es das, wodurch es sich im politischen Diskurs legitimiert - also z.B.: Erfüllt es erfolgreich die Aufgabe der Abschreckung? Erfüllt es erfolgreich die Aufgabe der Festigung gesellschaftlicher Werte und Normen? Erfüllt es erfolgreich die Aufgabe, die Insassen zu integrierten Mitgliedern der Gesellschaft zu resozialisieren? 
    Eine zweite Methode der Überprüfung der Legitimität setzt eher extern an: dabei geht es darum, die Legitimitätsansprüche der Institution Gefängnis selbst kritisch zu hinterfragen - -z.B. den Anspruch nach "Re-Sozialisierung", den Anspruch nach Festigung einer bestimmten normativen Ordnung (hier lautet die Frage z.B. ob diese Ordung überhaupt einen - "moralischen" - Anspruch auf Festigung und Reproduktion erheben darf...) 
    (PS: Zum Verhältnis Legitimation - Legalität - vgl. Max Weber, Wirtschaft und Gesellschaft - Teil 1: Soziologische Grundbegriffe)
LITERATUR: 
1.) Alessandro Baratta, Integration - Prävention. Eine systemtheoretische Neubegründung der Strafe, in: KrimJ 16/1985, S. 38 - 51 
2.) Gerlinda Smaus, Technokratische Legitimierungen des Strafrechts. Die Flucht nach vorne in die Generalprävention, in: ZS für Rechtssoziologie, 1985, S. 90 - 103 
3.) Alessandro Baratta / Michele Silbernagl, Neue Legitimationsstrategien des Strafrechts und ihre Kritik als Realitätskritik, in: KrimJ 1988, S. 32 - 49 
4.) MS der Arbeitsgruppe Argiles / Biewer / Gottfreund / Himmelmann / Oppermann / Petry /  Stephan zum SOKRATES-Intensivprogramm "Legitimations, Functions and Effects of Criminal Justice" in Vught / NL, 28.04.1999 
3.) c.) Diskussion eines Vorschlags zur Begrenzung des strafrechtlichen Eingriffs und der Möglichkeit, diesen Ansatz als Folie der Diskussion zu nutzen: Alessandro Baratta's Modell des minimalen Strafrechts. ("Reduktionismus")   - (R) Sabine Bechtoldt & Stefan Biewer & José Argiles 
    Ausgehend von den Gedanken der liberalen Strafrechtstheorie eines Cesare Beccaria entwickelt Baratta einen Rahmen für ein legitimes Strafrechtssystem. Es soll untersucht werden, inwieweit diese Konzeption der Kritik am Bestehenden selbst zu enkommen vermag. Dabei sollen einerseits die zugrundeliegenden normativen "Anker" ("Menschenrechte" / "menschliche Bedürfnisse"), andererseits die Aspekte eines sozialen Ausschlusses und der Teilhabe am politischen Leben besonders beachtet werden.
LITERATUR: 
1.) Alessandro Baratta, Prinzipien des minimalen Strafrechts. Die Menschenrechte als innere und äußere Begrenzung des Strafrechts,  in: G. Kaiser / H. Kury / H.-J. Albrecht (Hrsg.), Kriminologische Forschung in den 80er Jahren, Freiburg i. Br. 1998, S. 513 - 537 
Termin 2 Sonntag, 04. Juli 1999, 09:00 - 16:00 Uhr, Geb. 31 / Raum 001
Block II Aktuelle Vorschläge zur Strafreform
4.) a.) Führerscheinentzug - "kleine, aber fühlbare Strafe in 'unauffälligem' Gewand"?  - (R) Patrick Bittes 
    "Führerscheinentzug" war das Schlagwort zu einer ersten Strafrechtsreform der rot-grünen Koalition im Herbst 1998.  
    In der Veranstaltung sollen zunächst die Vorstellungen, die mit dieser Strafform verbunden sind, dargestellt werden: Wann soll der Führerscheinentzug angewandt werden? Auf welche Klientel? Was erhofft man sich für Vorteile aus dieser Strafform?  
    In einem zweiten Schritt der Auseinandersetzung sollen die möglichen Auswirkungen der Anwendung dieser Strafe diskutiert werden - und zwar einesteils der Perspektive der soziologischen Analyse, andernteils aus der Perspektive von Baratta's "minimaler" Strafrechts-Konzeption.
LITERATUR: 
1.) verschiedene Zeitungsausschnitte Der Spiegel, Die Zeit, FAZ etc. (Herbst 1998) / Literaturrecherche 
2.) Veröffentlichungen der Bundestagsparteien 
5.) b.) Das "elektronische Halsband" - überwachtes Leben in der Normalität?   - (R) Anja Donauer & Canar Ciftin 
  
LITERATUR: 
1.) Michael Lindenberg, Überwindung der Mauern: Das elektronische Halsband, (Diplomarbeit, HH) München 1992 
2.) Katja Wittstamm, Elektronischer Hausarrest? Zur Anwendbarkeit eines amerikanischen Sanktionsmodells in Deutschland, Baden-Baden 1999 (zugl. Saarbrücken, Univ., Diss., 1998) 
3.) Michael Lindenberg, Neues aus dem Technoland. Elektronifizierte Kontrolle in der ambulanten Straffälligenarbeit, in: Neue Kriminalpolitik, 1 1993, S. 18 - 24 

6.) c.) Was bedeutet eine "Privatisierung der Gefängnisse"? - (R) Jan Oppermann & José Argiles 
 
LITERATUR: 
1.) Detlev Nogala, Was ist eigentlich so 'privat' an der 'Privatisierung sozialer Kontrolle'? in: Fritz Sack / Michael Voß / Detlev Frehsee / Albrecht Funk / Herbert Reinke (Hrsg.), Privatisierung staatlicher Kontrolle: Befunde, Konzepte, Tendenzen, Baden-Baden 1995 
2.) Heike Jung, Zur Privatisierung des Strafrechts, in: Heike Jung / Heinz Müller-Dietz / Ulfrid Neumann (Hrsg.), Perspektiven der Strafrechtsentwicklung, Baden-Baden 1996, S. 69 - 78 
3.) Heike Jung, Paradigmawechsel im Strafvollzug? Eine Problemskizze zur Privaisierung der Gefängnisse, in:  G. Kaiser / H. Kury / H.-J. Albrecht (Hrsg.), Kriminologische Forschung in den 80er Jahren, Freiburg i. Br. 1998, S. 377 - 387 

Block III Die "großen" Gegenentwürfe
7.) a.) Abolitionismus - die Abschaffung des Strafens und des Strafrechts   - (R) Sabine Bechtoldt & Stefan Biewer & HaPe Bottlender 

LITERATUR: 
1.) Thomas Mathiesen, Überwindet die Mauern! Die. skandinavische. Gefangenenbewegung als Modell politischer Randgruppenarbeit, Neuwied [u.a.] (Luchterhand) 1979 
2.) Nils Christie, Grenzen des Leids, Bielefeld 1986 
3.) Gerlinda Smaus, Gesellschaftsmodelle in der abolitionistischen Bewegung, in KrimJ 1/1986, S. 2 - 22 


8.) b.) Diversion - Auflösung eines Konflikts unter Zurhilfenahme alternativer pädagogischer und sozialarbeiterischer Methoden   - (R) Oliver Schiffmann & Torsten Simon 

LITERATUR: 
1.) Wolfgang Ludwig, Diversion: Strafe in neuem Gewand, Berlin / New York 1989 


9.) c.) Mediation / Täter-Opfer-Ausgleich - die Vermittlung zwischen "Konfliktparteien"  - (R) Nicole Riegger 
  
LITERATUR: 
1.) Claudius Meßner, Hermes oder: über die Rolle "alternativer" Sanktionen in der Jugendpolitik und die Idee der Mediation, in: KrimJ 3/1996 
2.) Claudius Meßner, Recht im Streit. Das Jugendstrafrecht, die alternativen Sanktionen und die Idee der Mediation, Pfaffenweiler 1996 
3.) Heike Jung, Mediation: Paradigmawechsel in der Konfliktregelung?, in: Festschrift für Joachim Schneider, Berlin / New York 1998, S. 914 - 926 
Termin 3 Donnerstag, 08. Juli 1999, 09:00 - 16:00 Uhr, Ort nach Absprache
Block IV Ausblick: Neuere Tendenzen - Neue Prävention 

10.) a) Allgemeines zur Einschätzung dergegenwärtigen Kriminalpolitik  - (R) HaPe Bottlender & Nicole Riegger & Torsten Simon & Oliver Schiffmann 

LITERATUR: 
1.) Hubert Beste, "Sicherheitsgesetze" contra Risikogesellschaft oder: Durchstarten zum Sicherheitsstaat?, in: KrimJ 21 / 1989, S. 243 - 248 
2.) Hubert Beste / Hartmut Wagner, Strafrecht, gesellschaftliche Sicherheit und demokratische Teilhabe, in KrimJ, 3.Beiheft, 1991, S. 24 - 40 
3.) Alessandro Baratta, Jenseits der Strafe - Rechtsgüterschutz in der Risikogesellschaft. Zur Neubewertung der Funktionen des Strafrechts, in FS Arthur Kaufmann zum 70. Geburtstag, Heidelberg 1993, S. 393 - 416 
4.) Hubert Beste, Urban Control: Globalisierung, Regulation und Kriminalitätskonstruktion, S. 183 - 198 in: Detlev Frehsee / Gabi Löschper / Gerlinda Smaus, Konstruktion der Wirklichkeit durch Kriminaltät und Strafe, Baden-Baden 1997 
5.) Loic J.D. Wacquant, Vom wohltätigen Staat zm strafenden Staat: Über den politischen Umgang mit dem Elend in Amerika, in: Leviathan, 1997, Heft 1, S. 50 - 66 


11.) a.) Die Untersuchung über die besondere Wirkung "zerbrochener Fensterscheiben" - und die Umsetzung im Rahmen des sog. "New Yorker Polizeimodells" 
- (R) Jan Oppermann  & Canar Ciftin ("Broken Windows") 
- (R) Sabine Bechtoldt ("Zero Tolerance") 
- (R) Patrick Bittes (Organisatorische Umsetzung des New-Yorker Modells) 

LITERATUR: 
1.) James Q. Wilson / George L.Kelling, Broken Windows. The police and the neighborhood safety, in: The Atlantic Monthly, 249 (1982), 3, S. 30 ff. (dtsch. in: KrimJ. 2/1996, S. 116 - 137, mit einer Einleitung von Fritz Sack versehen) 
2.) Henner Hess, New York zieht die Lehren aus den zerbrochenen Fensterscheiben, in: KrimJ 3/1996 
3.) Rainer Prätorius, Die Gemeinschaft und ihre Verbrecher. Neue Wege in der Kriminalitätskontrolle in den USA, in: PuZ, B 19 / 98, S. 21 - 32 
4.) Dreher G./ Feltes Th. (Hrsg.), Das Modell New York: Krimimalprävention durch 'Zero tolerance'? (Empirische Polizeiforschung, Vol. 12), Holzkirchen 1997 
5.) Hecker W., 'Vorbild New York? Zur aktuellen Debatte über einen neue Sicherheits- und Kriminalpolitik', Kritische Justiz, 4/1997, pp. 395-410 
6.) Hess Henner, 'Fixing Broken Windows and Bringing Down Crime. Die New Yorker Polizeistrategie der neunziger Jahre', Kritische Justiz, 1/1999, pp. 32-57 
7.) Michael Jakobson, New York City: an Overview of Corrections, Probation and Other Criminal Justice Trends, Symposium on Crime and Prisons in the City, London 1997 
8.) Ortner H./ Pilgram A./ Steinert H. (Hrsg.), Die Null-Lösung: New Yorker "Zero-Tolerance"-Politik -  Das Ende der urbanen Toleranz?, Baden-Baden 1998 
9.) Jan Wehrheim, Von Urban Underclass zu Zero Tolerance. Über Armut und Polizei in US-amerikanischen Städten, in: Forum Wissenschaft 2 / 1999, S. 6 - 11. 
10.) Silke Nyssen, Arme New Yorker: Kontrolle und Marginalisierung in der New Yorker Sozialpolitik, in: Helmut Ortner (u.a.; Hrsg.) Die Null-Lösung, Baden-Baden 1998 


12.) b.) Die "Risikogesellschaft" ist  bestrebt, die Chancen für das Auftreten krimineller Abweichung zu minimieren - "Actuarial Justice": sich manifestierende,  statistisch feststellbare Erfahrungen werden umgesetzt in generalpräventive Maßnahmen der Institutionen sozialer Kontrolle...  - (R) Anja Donauer & Stefan Biewer & Jose Argiles 

LITERATUR: 
Malcolm Feeley / Jonathan Simon, Actuarial Justice: the Emerging New Criminal Law, in: David Nelken (ed.) The Futures of Criminology, London / Thousand Oaks / New Dehli (Sage) 1994 
Alessandro De Giorgi, Le teorie della penologia attuariale (Tesi di Laurea, Università degli Studi di Bologna), 1997/98 


Schluß Abschlußdiskussion - Ausblick auf die Anschlußveranstaltung im Wintersemester 1999/2000 "Soziologische Analyse und Kritik kommunaler Sicherheitskonzepte" 
Termin 4 (Während der Semesterferien, etwa Mitte / Ende September)
Vorbesprechung zur Planung des Beitrages zum SOKRATES-Intensivprogramm "Exclusion in European Criminal Justice Systems" an der Middlesex-University, London 
 
Interessenten und Interessentinen melden sich bitte zwecks Terminabsprache per email bei Ralf Steinkamp (oder rufen an...)
 
Weiterführende Literatur / Literatur zur Vorbereitung auf die Veranstaltung im WS 1999 / 2000 "Soziologische Diskussion kommunaler Sicherheitskonzepte in Europa"
 
Bauhofer S. / Bolle P. (eds.), Innere Sicherheit - Innere Unsicherheit? / Sécurité Intérieure - Insécurité Intérieure, Kriminologische Aspekte,  Zürich 1995
Bennet T.,  'Police Strategies and Tactics for Controlling Crime and Disorder in England and Wales', Studies on Crime and Crime Prevention, 3/1994, pp.146-167
Bowling B.,' Zero Tolerance', Criminal Justice Matters, 25, 1996, pp. 11-12
Bull H. P., 'Visionen und Wirklichkeit einer Kriminalpolitik für Europa', Kritische Vierteljahresschrift für Gesetzgebung und Rechtswissenschaft 3/1995, pp. 313-334
Cohen S. , 'The Punitive City: Notes on the Dispersal of Social Control', Contemporary crises, 3/1979, pp.339-363
Damon J., La politique de la ville, Paris 1997
Dennis N. (ed.), Zero-Tolerance: Policing in a Free Society, London 1997
Evers A./ Nowotny H., Über den Umgang mit Unsicherheit. Die Entdeckung der Gestaltbarkeit von Gesellschaft, Frankfurt/M. 1987
Ferret J., 'Les nouveaux enjeux de la police urbaine en France',  Revue internationale de criminologie, 1/1998,  pp. 84-104
Forum Européen pour la Sécurité Urbaine (ed.), Nouvelles formes de criminalité urbaine, nouvelles formes de justice / Nuevas formas de criminalidad urbana, nuevas formas de justicia, Paris 1995
    -    Polices d'europe et sécurité urbaine/ Policias de Europa y securidad urbana, Paris
         1996
    -    Personnes agées et sécurité urbaine / Urban Safety and the Elderly, Paris 1996
    -    Justices, villes, pauvretés/ Faces of Justice and Poverty in the City, Paris 1996
    -    Lieux  sensibles et insécurité: Les grandes surfaces, Paris, 1996
    -   Transports urbains, sécurité et crise sociale/ Urban Transports, Safety and Social
         Crisis, Paris 1996
    -    Nouveaux métiers, contrats locaux de sécurité, Paris 1997
    -    Sécurité: Les métiers du XXIème siècle/ Safety v. Security: New Jobs for the New
          Millennium, Paris 1997
    -    Pratiques de sécurité urbaine. Toxicomanie/ Urban Safety Practices. drug abuse,
          Paris 1998
    -    Implication des habitants dans les stratégies locales de prévention et de lutte contre les toxicomanies/ Local Participation in Strategies for the Prevention and Control of Drug Abuse, Paris 1998
    -    Le role de l´école dans la protection des enfants contre la maltraitance physique,
         sexuelle et émotionnelle/ The Role of Schools in the Protection of Children from
         Physical, Emotional and Sexual Abuse, Paris 1998
    -    Parcours transfrontaliers en matiére de drogues/ Drugrelated Cross-border Trafic
         Patterns, Paris 1998
    -    Prévention des toxicomanies à l´école primaire/ Prevention of Drug Abuse in
         Primary Schools, Paris 1998
    -    Profils, missions et perspectives des agents locaux de médiation sociale, Paris 1999
Gössner R. (ed.), Mythos Sicherheit, Baden-Baden 1995
Hammerschick W./ Karasman-Morawetz I./ Stangl W. (eds.), Die sichere Stadt. Prävention und kommunale Sicherheitspolitik, Baden-Baden 1996
Hebberecht P./ Sack F. (eds), La prévention de la délinquance en Europe. Nouvelles stratégies, Paris 1997
Hope T./ Shaw M., Communities and Crime Reduction, London 1988
Jaschke H. G., Öffentliche Sicherheit im Kulturkonflikt. Zur Entwicklung der städtischen Schutzpolizei in der multikulturellen Gesellschaft, Frankfurt/M. 1997
Kube E./ Schneider H./ Stock J. (eds.), Vereint gegen Kriminalität. Wege der kommunalen Kriminalprävention in Deutschland, Lübeck/ Berlin/ Essen 1996
Lehne W., 'Präventionsräte, Stadtteilforen, Sicherheitspartnerschaften. Die Reorganisation des Politikfeldes "Innere Sicherheit"', in: von Trotha, T. (ed.), Politischer Wandel, Gesellschaft und Kriminalitätsdiskurse, Festschrift F. Sack, Baden-Baden 1996, pp. 299-319
Murray C. A., 'The Physical Environment and Community Control of Crime', in: Wilson J.Q. (ed.), Crime and Public Policy, San Francisco 1983, pp.107-122
Ruggiero V./ South N., 'The Late-Modern City as Bazaar', British Journal of Sociology, 48, 1997, pp. 55-71



13.06.1999 by Ralf Steinkamp