Hernach volgen etlich artickel vom diebstall

Zum ersten vom allerschlechtesten heymlichen diebstall

157. Item so eyner erstlich gestolen hat vnder fuenff guelden werth, und der dieb mit solchem diebstall ehe er damit inn sein gewarsam kompt, nit beschrien, beruechtigt oder betretten wuerd, auch zum diebstall nit gestigen noch gebrochen hat, vnnd der diebstall vnder fuenff guelden werth, ist eyn heymlicher vnd geringer diebstall, vnd wann solcher diebstall nochmals erfarn wirdet, vnnd der dieb mit oder on diebstall einkompt, so soll in der Richter darzu halten, so es anders der dieb vermag, dem beschedigten den diebstall mit der zwispil zu bezahlen. Wo aber der dieb kein solche geldbuss vermag, soll er mit dem kercker darinn er etlich zeitlang ligen, gestrafft werden. Vnd so der dieb nit mer vermag oder zu wegen bringen kan, so soll er doch zum wenigsten dem beschedigten den diebstall widergeben, oder nach eynfach werth bezalen oder vergleichen, vnnd soll der beschedigt mit der selben eynfachen vergleichung des diebstals (aber mit der uebermass nit) der oberkeyt geldbuss vorgehn. Doch soll der dieb jm ausslassen sein atzung, so er inn der gefengknuss gemacht hat, auch zu bezahlen schuldig sein, vnd den buetteln (ob er es hat) jren gewonlichen gebuere fuer jr mueh vnd fliess entrichten, vnd zu dem allen, nach der besten form, vmb enthaltung willen des gemeynen frides, ewige vrvhede thun.

Vom ersten offentlichen diebstall, damit der dieb beschrihen wirt ist schwerer

158. Item so aber der dieb mit gemeltem ersten diebstall, der vnder fuenf guelden werth ist, ehe vnnd er an sein gewarsam kompt betretten wuerd, oder eyn geschrey oder nachtheyl machte, vnnd doch zum diebstall nit gebrochen oder gestiegen hat, ist eyn offner diebstall, vnnd beschwerdt jn die gemelt auffrur und beruechtigung die that also, dass der dieb inn branger gestelt, mit ruten aussgehawen vnd das land verbotten, vnd vor allen dingen dem beschedigten der diebstal oder der werth dafuer, so es inn des diebs vermoegen ist, widerumb werden, Vnd soll zu dem allem inn der besten form ewige vrvhede thun . Wer aber der dieb eyn solche ansehnliche person, dabei sich besserung zuuerhoffen mag jn der richter (jedoch on der oberkeyt zulassen vnd verwilligung nit) burgerlich vnnd also zu straffen, dass er dem beschedigten den diebstal vierfeltig bezalen, vnd sunst allenthalben gehalten werden soll, als oben inn nechstem artikkel vom heymlichen diebstall gesetzt ist.