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Lohnsteuerjahresausgleich bei Auslandsaufenthalt


Sehr geehrte Damen und Herren!

Seit dem Sommer 1992 bin ich in den Vereinigten Staaten von Amerika wohnhaft, und seither ist meine Steuerregelung nicht immer ganz so einfach zu klären gewesen. Vor einigen Wochen übersandte ich Kopien meiner sämtlichen Werbungskosten zu einer Agentur nach Deutschland, mit der Bitte meinen Lohnsteuerjahresausgleich für 1996 vorzunehmen. Diese Steueragentur übersandte mir nun ein Schreiben, welches ich nachfolgend (auszugsweise) auflisten möchte, um mir zusätzliche Information von Ihnen einholen zu koennen. In dem Schreiben lautet es folgendermassen:

"Seit dem 01.08.1995 betreiben Sie eine Fachausbildung. Für die steuerliche Behandlung Ihrer Aufwendungen, die Sie anläßlich der Fachausbildung getätigt haben, kommt es entscheidend darauf an, ob es sich hierbei um sog. Fortbildungskosten oder Ausbildungskosten handelt. Zu allererst ist allerdings die Frage zu klären, ob Sie beabsichtigen die Kenntnisse, die Sie anlässlich Ihrer Fachausbildung erworben haben, dazu zu nutzen, um in der Bundesrepublik Deutschland steuerpflichtige Einkünfte zu erzielen. Die Beantwortung dieser Frage ist wichtig, denn nach unserem derzeitigen Steuerrecht können nur Fortbildungs- und Ausbildungskosten geltend gemacht werden, wenn Sie dazu dienen inländische Einkünfte zu erzielen. Sofern Sie also beabsichtigen, in Amerika zu bleiben und dort zu arbeiten, sind die Aufwendungen, die nach dem 01.08.95 von Ihnen getätigt worden sind, nicht mehr bei der deutschen Einkommensteuer steuermindernd zu berücksichtigen, sondern Sie koennen ggf. nach amerikanischen Steurrecht möglicherweise als sog. vorweggenomme Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben geltend gemacht werden."

Nun meine Frage(n) an Sie:

  • Zu dem jetzigen Zeitpunkt bin ich mir ziemlich sicher, daß ich einer beruflichen Tätigkeit, nach dem Abschluss meines hiesigen Studiums, in den USA nachgehen werde - jedoch ist eine Tätigkeit in Deutschland nicht völlig ausgeschlossen. Mache ich mich somit strafbar wenn ich, entgegen meiner momentanen Planung, der Steueragentur und der Finanzbehörde mitteile, dass ich definitiv in Deutschland mein Einkommen beziehen werde?
  • Falls solche Information strafbar ist, und ich somit der Agentur meine jetzigen Planungen mitteile, welche Steuerfreibetraege verbleiben mir um den Lohnsteuerjahresausgleich einzureichen? All solche die nach dem 01.08.95 entstanden sind, jedoch nicht in Verbindung mit meiner Ausbildung stehen?

Vielen Dank fuer die Bearbeitung meiner Anfrage;

Mit freundlichen Gruss T. B.


Sehr geehrter Herr B,

leider bin ich nicht in der Lage, Ihnen weiterzuhelfen.

Erstens verbietet mir das Rechtsberatungsgesetz, Rechtsberatung durchzuführen, wenn ich nicht Anwalt oder Steuerberater bin.
Darüberhinaus kann ich auch gar nicht beurteilen, wie Ihr Finanzamt auf eine inkorrekte Angabe der beschriebenen Art reagieren würde. Kompetente Auskunft könnte Ihnen da nur das Finanzamt oder Ihr Steuerberater erteilen.
Im Zweifel sollten sie immer wahrheitsgemäße Angaben machen, dann laufen Sie auch keine Gefahr einer Strafverfolgung ausgesetzt zu werden.

MfG Iris Speiser

[09.06.97]