Maximilian HERBERGER *Das juristische Online-Repetitorium
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| I n h a l t s ü b e r s i c h t | ||
| 1 | Vorbemerkung | |
| 2 | Die Praxis der Vorbereitung auf das 1. juristische Staatsexamen und der ejura-Examensexpress |
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| 3 | Grundlegende Design-Elemente beim ejura-Examensexpress | |
| 3.1 | Examens-"Express": Die etappenweise Reise zum Ziel |
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| 3.2 | Der "Mikro-Weg": "Lernpfade" in den Lernstationen |
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| 3.3 | Das Prinzip der ständigen Selbstvergewisserung über das Gelernte: Die "persönliche Lernkurve" |
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| 4 | Flexibilitätsspielräume für das Lernen und Wiederholen | |
| 5 | Bemerkungen zur Technik von Autorensystem und Lernplattform | |
| 5.1 | Das Autorensystem | |
| 5.2 | Vom Autorentext zur Datenbank: Der Konverter |
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| 5.3 | Die ejura-Examensexpress-Plattform | |
| 6 | Die freie Wiki-Community: Ein wesentliches Element im Examensexpress |
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| 7 | Conclusio | |
1 Vorbemerkung |
| Für denjenigen, der an einem Projekt mitwirkt, verbietet es sich aus naheliegenden Gründen, zu diesem eigenen Projekt bewertend Stellung zu nehmen. Da sich der Verfasser dieser Zeilen in Bezug auf den ejura-Examensexpress in der soeben beschriebenen Lage befindet, beschränken sich die folgenden Bemerkungen auf eine beschreibende Darstellung des Realisierten und der damit verbundenen Erwartungen bzw. Hypothesen. Ziel dieser Beschreibung ist es, in knapper und überschaubarer Form wesentliche Aspekte darzustellen, deren Rekonstruktion aus der Online-Präsenz des Repetitoriums nur sehr viel zeitaufwendiger möglich wäre. Der Beitrag versteht sich also als Vorbereitung für die gezielte Inspektion des Online-Repetitoriums zum Zwecke der Bildung eines eigenen kritischen Urteils.(1) |
2 Die Praxis der Vorbereitung auf das 1. juristische Staatsexamen |
| Diejenigen, die sich auf das 1. juristische Staatsexamen vorzubereiten haben, besuchen in weit überwiegender Anzahl Veranstaltungen bei Repetitoren. Versuche, an den Universitäten Konkurrenzangebote dazu aufzubauen, sind erfolglos geblieben, was die breite Resonanz angeht. Diese Lage wird oft als eine antagonistische wahrgenommen, in der Repetitorien mit juristischen Fakultäten konkurrieren. Der ejura-Examensexpress versteht sich als Unternehmen außerhalb dieser Frontstellung. An ihm wirken Juristen mit, die sowohl aus beiden Formen der Examensvorbereitung wie auch aus der wissenschaftlichen Arbeit Erfahrungen mitbringen.(2) |
| Ein weiteres Charakteristikum der juristischen Examensvorbereitung besteht darin, dass sowohl die Repetitorien als auch die universitären Veranstaltungen vergleichbarer Art in Form von Präsenzkursen gehalten werden. Der ejura-Examensexpress ist im Gegensatz dazu als E-Learning-Plattform konzipiert. Dies schließt es allerdings nicht aus, den ejura-Examensexpress mit beliebigen anderen Angeboten in flexibler Form zu kombinieren. Das wird durch die Flexibilität ermöglicht, mit der E-Learning-Angebote wahrgenommen werden können. Es wäre übrigens auch nicht ausgeschlossen, in der Form des "blended learning" gezielt auch universitäre Examensvorbereitungskurse und den ejura-Examensexpress zusammenzubringen.(3) |
3 Grundlegende Design-Elemente beim ejura-Examensexpress |
3.1 Examens-"Express": |
| Für die Vermittlung der beschriebenen emotionalen Qualitäten sind sicher verschiedenartige "virtuelle" Metaphern and Erlebniswelten denkbar. Festzuhalten ist aber, dass jede geeignete E-Learning-Plattform den beschriebenen Prozess der Annaherung in irgendeiner Form er"fahr"-bar machen muss. Beim ejura-Examensexpress ist — wie der Name zum Ausdruck bringt — die gewählte Metapher, die dann auch konsequent durchgehalten wird, die des fahrenden Zuges.(4) Übrigens bringt diese Visualisierung noch etwas weiteres sofort zum Ausdruck, nämlich die Möglichkeit des jederzeitigen Zusteigens (oder gar Aufspringens), sollte man der Meinung sein, den einer bestimmten Station vorgelagerten Weg bereits anderweitig absolviert zu haben. |
| Insgesamt präsentiert sich die "Lernfahrt" für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Gesamt-Netzplan wie folgt (vgl. Abb. 1). |
| Ergänzt wird dieser Gesamt-Netzplan durch Einzel-Netzpläne für das Öffentliche Recht I und II, das Strafrecht, sowie für das Zivilrecht I und II.(5) |
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3.2 Der "Mikro-Weg": |
| Der Netzfahrplan zerlegt — auch und gerade in der Wahrnehmung der "Mitreisenden" — den gesamten Lernstoff in bereits kleinere, aber doch noch große "chunks". Deshalb wird im Interesse noch größerer Überschaubarkeit und Kleinschrittigkeit der Prozess der Zerlegung in kleinere, entlang eines Lernpfads angesiedelte Lern- und Arbeits-Einheiten in den einzelnen Lernstationen fortgesetzt. Dabei ist die Logik der Zerlegung nicht nur eine methodische und inhaltliche, sondem auch eine zeitliche. Der Zeitaufwand für jeden der einzelnen Schritte wurde beim Erstellen der Lerneinheiten kalkuliert.(6) Auch dieses Element der bis hin zum einzelnen Lernschritt durchgehaltenen zeitlichen Überschaubarkeit und Gleichmäßigkeit trägt zur notwendigen inneren Ruhe bei der ansonsten als stressbelastet empfundenen Examensvorbereitung bei. |
| Im Einzelnen sind die Lerneinheiten wie folgt segmentiert: |
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| Die Beachtung dieser Abfolge-Struktur wird durch das Autorenwerkzeug sichergestellt, mit dem gearbeitet wird.(8) Optisch präsentiert sich die durch die beschriebene Struktur geprägte Navigationsleiste in einem konkreten Beispiel aus dem öffentlichen Recht wie in Abbildung 3 dargestellt. Hinzugefügt sei, dass die verwendeten Symbole eine durchgehend einheitlich festgelegte Semantik haben, die hier aus Platzgründen nicht im Detail erläutert werden kann.(9) |
3.3 Das Prinzip der ständigen Selbstvergewisserung über das Gelernte: |
| Es war bereits von den in großer Zahl eingestreuten Aufgaben die Rede. Diese haben den Zweck, in relativ dichter Folge den Lernern die Möglichkeit der Selbsteinschätzung zu geben.(10) Kumulieren sich hier kleine positive Selbsterfahrungen, so ist zu erwarten, dass sich daraus ein ständig fester werdendes, realitätsnahes Sicherheitsgefühl aufbaut. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass Präsenzveranstaltungen in aller Regel eine solche Fülle gezielter Rückmeldungen im "Micro-Teaching" aus organisatorischen Gründen nicht zulassen. Hier liegt ein großer Vorteil der E-Learning-Plattformen. |
| Eine derartige "persönliche Lernkurve" sieht wie folgt aus: |
Abb. 4: Beispiel für eine persönliche Lernkurve |
| Die Tatsache, dass hier für die einzelnen Aufgaben nicht viele Eintragungen enthalten sind, erklärt sich zwanglos aus der Tatsache, dass der Verfasser dieser Zeilen sich im System nicht intensiv genug auf das Examen vorbereitet hat.(11) |
4 Flexibilitätsspielräume für das Lernen und Wiederholen |
| Dass E-Learning im Vergleich zum traditionellen Lernen weitergehende Flexibilitätsspielraume hinsichtlich von Ort und Zeit ermöglicht, ist eine anerkannte Tatsache. Diesen Vorteil bringt das Medium gewissermaßen "als solches" mit sich.(12) |
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5 Bemerkungen zur Technik von Autorensystem und Lernplattform |
5.1 Das Autorensystem |
| In Projekten mit einer Vielzahl von Autorinnen und Autoren führt unter gegenwärtigen Akzeptanz-Bedingungen kein Weg an "Word" als Programm für die Texterstellung vorbei. Insofern wurde auch hier "Word" gewählt. Zu Grunde liegt eine Formatvorlage, die sicherstellt, dass alle Lerneinheiten in Übereinstimmung mit den oben erläuterten Vorgaben(15) strukturell einheitlich geschrieben werden. Es erfasst dies z.B. auch den Aspekt des zeitlichen Kalküls. Makros sorgen dafür, dass das Einfügen der verschiedenen Quellenarten und Verlinkungen nach einem einheitlichen Schema erfolgen. Auch die Aufgabenerstellung wird in Word durch Makros gesteuert. Das Ergebnis dieser Arbeitsweise sind homogen strukturierte Word-Dokumente. |
5.2 Vom Autorentext zur Datenbank: |
| Da das Wirksystem mit der Datenbank MySQL und PHP-Modulen arbeitet, wurde ein Konverter geschrieben, der die strukturierten Word-Dokumente in diese Umgebung überführt. |
5.3 Die ejura-Examensexpress-Plattform |
| Es bedarf noch einiger knapper Hinweise, um deutlich zu machen, welche Annahmen bezüglich der genannten Orientierungsgesichtspunkte letzten Endes die Weichen in Richtung "Eigenentwicklung" stellten. |
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| Das "Cockpit" für diese Wiedervorlage-Funktion sieht wie folgt aus: |
Abb. 5: Das "Cockpit" für die Wiedervorlage-Funktion |
6 Die freie Wiki-Community: |
| Strukturierte E-Learning-Umgebungen können trotz aller gegebenen Flexibilitätsgrade(18) nicht jenes Maß an Individualität bieten, das von der (unerschöpflichen) persönlichen Phantasie abhängt. Zugleich sind sie — per definitionem — nicht in der Lage, die Freiheit individuell konzertierter Interaktion als Erlebnisraum zu realisieren. Weil all dies im Examensexpress als notwendige zusätzliche Erlebnis- und Kooperationswelt für nötig erachtet wird, ist die integrierte Wiki-Community ein wesentliches Element. Diese Community steht nicht nur den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Examensexpresses zur Verfügung. Sie ist darüber hinaus nach Registrierung kostenfrei für alle verfügbar.(19) |
| In technischer Hinsicht ist die Community (samt allen gängigen und vertrauten Community-Elementen) mit der Wiki-Distribution(20) realisiert, die auch vom JuraWiki(21) genutzt wird. Eine Besonderheit der Implementation besteht darin, dass zur Bildung von Arbeitsgruppen mit dem Ziel der Examensvorbereitung angeregt werden soll. Diese Arbeitsgruppen können sich zum einen in der "realen" Welt konstituieren, die Community dient in dieser Variante als "bloße" Organisationshilfe. Zum anderen können sich die Arbeitsgruppen als Teams in der "virtuellen"(22) Welt zusammenfinden. In diesem Falle wird für sie ein eigenes, arbeitsgruppeninternes Bild eingerichtet, das ihnen exklusiv zur Verfügung steht. Wichtig aber ist, dass beide Formen von Arbeitsgruppen die Möglichkeit haben, ihr Wiki als gemeinsam zu gestaltendes Informationssystem zu begreifen. Darin liegt die Chance, das für die Examensvorbereitung erarbeitete Wissen als Baustein eines Informationssystems zu begreifen, das über diese Lebenssituation hinweg seine Bedeutung als Teil einer im Studium begonnenen und bis in den Beruf hineinreichenden Informationsverarbeitung entfaltet. |
7 Conclusio |
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F u ß n o t e n |