Eule
S a a r b r ü c k e r   B i b l i o t h e k

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b) Die Kooperation auf austauschvertraglicher Grundlage


Eine solche dauerhafte und verfestigte Kooperation i.S. des § 8 Berufsordnung kann natürlich ohne gesellschaftsrechtliche Organisationsform, etwa durch bilaterale Austauschverträge begründet werden kann. Ohne weiteres ist es berufsrechtlich zulässig, dass sich mehrere Anwälte oder ein Anwalt und Angehörige anderer Berufsgruppen in geschäftsbesorgungsvertraglichen Vereinbarungen zur gegenseitigen Vermittlung von Aufträgen, zum Erfahrungsaustausch und zum Know-how-Transfer verpflichten.[36] Hier lassen sich sehr verschiedenartige Netzwerke vorstellen, an denen Einzelanwälte, Sozietäten, Partnerschaftsgesellschaften und Anwalts-GmbHs als Partner beteiligt sein können und bei denen eine Zentrale bilaterale Kooperationsverträge mit den Partnern abschließt. Die jeweiligen bilateralen Kooperationsverträge können sich - wie bei einem Franchisesystem - fächerförmig um die Zentrale gruppieren, die die Partner zu einer systemischen Gemeinschaft verbindet und ihnen Unterstützungsdienste franchisetypischer Art anbietet.


[36] So Ewer, Interprofessionelle und intraprofessionelle Kooperation unter Beteiligung der Anwaltschaft, AnwBl. 2000, S. 71 ff, 74; Henssler, Anwaltliches Berufsrecht und Mediation, AnwBl. 1997, 129, 133.

 


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