Verkehrssachen

Stichwort: Verkehrsunfall
Speziell : Radfahrer auf dem Bürgersteig
Kollidiert ein erwachsener Radfahrer, der auf dem Bürgersteig schneller als Schrittgeschwindigkeit fährt, mit einem langsam aus einer Torausfahrt herausfahrenden Pkw, dann spricht dies für ein alleiniges Verschulden des Radfahrers.

Sachverhalt : Eine erwachsene Fahrradfahrerin fuhr mit ihrem Rad auf dem Bürgersteig. Die Beweisaufnahme hatte ergeben, daß sie hierbei schneller war als die Schrittgeschwindigkeit. Sie stieß mit dem Pkw des Klägers, der sich langsam aus seiner Torausfahrt Richtung Straße vortastete, zusammen.

Entscheidungsgründe : Die Radfahrerin hat den Unfall alleine verursacht und verschuldet.

Aus der Straßenverkehrsordnung ergibt sich, daß Erwachsene den Gehweg mit Fahrrädern nicht befahren dürfen. Ist kein separater Radweg ausgewiesen, müssen sie die Fahrbahn benutzen. Lediglich Kinder bis zum vollendeten 8. Lebensjahr dürfen mit dem Rad auf dem Gehweg fahren.

Wenn der Fahrradfahrer den Gehweg dennoch ( verbotswidrig ) befährt, darf er zumindest die Schrittgeschwindigkeit nicht überschreiten. Fährt er schneller, handelt er grob verkehrswidrig. Von daher ist auf dem Gehweg ein Hausbewohner, der aus der Haustür tritt, genauso geschützt wie ein Autofahrer, der sich vorsichtig und mit Schrittgeschwindigkeit aus einer Ausfahrt heraus auf den Gehweg vortastet, welchen er zum Erreichen der Fahrbahn befahren darf.

Die Schrittgeschwindigkeit beträgt etwa 4-6 Km / h.

AG Köln, 266 C 481 / 92, ZfS'94, 42 ff


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