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Der Urheberrechtsstreit um Heinz Becker
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Der Urheberrechtsstreit um Heinz Becker


Gesetzbuch statt Batschkapp:
Heinz im Paragraphen-Dschungel

Schriftsteller Gerhard Bungert legt "Beweis-Paket" vor: "Ich habe die Familie Heinz Becker maßgeblich mitentwickelt"

Von unserem Redaktionsmitglied
 - CHRISTIAN LAUER -
 
  Die "Familie Heinz Becker" muß ein neues Abenteuer bestehen. "Heinz und der Paragraphen-Dschungel" könnte die Folge heißen. Allerdings: Nicht der Mann mit der Batschkapp philosophiert da über Gott, die Welt und den Meyer Kurt, seinen Nachbarn. Diesmal poltert sein Darsteller Gerd Dudenhöffer los. Und das heftig. Seine Anwälte haben Abmahnungen verschickt - an den Schriftsteller Gerhard Bungert und an die Schauspielerin Alice Hoffmann, die bis vor kurzem noch "s' Hilde" mimte.
 
  Es geht um Grundsätzliches: Wem gehören die "Beckers"? Stein des Anstoßes war für Dudenhöffer eine gewisse "Vanessa Backes" - eine Rolle, die Bungert Alice Hoffmann auf den Leib geschrieben hat: eine saarländische Nur-Hausfrau, die von ihrem Mann verlassen wird. Als die Schauspielerin "Vanessa" irgendwann sagen ließ, sie sei "em Heinz sei' Ex", riß Dudenhöffer der Geduldsfaden. Prompt überbrachte der Postbote die Abmahnungen. "Uns liegt inzwischen eine schriftliche Stellungnahme vor, daß Frau Hoffmann die ,Vanessa Backes" nicht mehr als ,geschiedene Hilde Becker" bezeichnet, sondern die Figur eigenständig weiterentwickelt", sagt Dudenhöffers Manager Fred Handwerker. "Damit können wir leben."
 
  Ein Sieg für den Bexbacher Kabarettisten also? Keineswegs, denn der Abmahnungs-Schuß könnte nach hinten losgehen. Es geht um Urheberrechte und um viel Geld. Denn nun schlägt Bungert per Anwalt zurück. Er will belegen, daß er Anfang der 80er Jahre maßgeblich Geburtshelfer der "Familie Heinz Becker" gewesen sei. Der SZ hat er ein umfangreiches "Beweis-Paket" mit schriftlichen Erklärungen übergeben. Er habe Dudenhöffer vorgeschlagen, gemeinsam mit ihm eine Figur wie den "Heinz" zu entwickeln und er habe das Konzept der "Familie Heinz Becker" mitverfaßt.
 
  Mehr noch: "Die Namen ,Heinz", ,Hilde" und ,Stefan" stammen aus meiner Feder", sagt Bungert, "und deren Biographien habe ich allein verfaßt, was am Schreibstil klar zu erkennen ist". Für alle Punkte benennt er Zeugen. Und sein wichtigster Fürsprecher könnte ausgerechnet Gerd Dudenhöffer werden. Bungert, Dudenhöffer und Charly Lehnert veröffentlichen 1984 gemeinsam das Buch "Die Heinz Becker Story". Darin schreibt Dudenhöffer im Vorwort, in dem er Bungert ausdrücklich erwähnt: "Wir waren überzeugt, daß man aus dem Mann mit der Holzdecke mehr machen kann, gaben ihm den Namen Heinz Becker und unterhielten uns über seine psychischen Eigenarten und über sein soziales Umfeld."
 
  Bungert findet es "lächerlich", daß ihm der Anwalt nun schreibe, Dudenhöffer sei "alleiniger Urheber der Comedy-Familie Heinz Becker". "Er braucht nur in sein Bücherregal zu greifen oder Freunde von damals zu fragen, dann weiß er, daß das nicht stimmt", sagt Bungert, während sich Dudenhöffers Manager dazu nicht äußern will.


 
Vervielfältigung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Saarbrücker Zeitung.


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