Juristisches Internetprojekt Saarbrücken

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Es begann irgendwann vor September 1993. Genau erinnern wir uns nicht mehr an das Datum. Aber eines wissen wir noch: Es war am Anfang eine studentische Initiative. Achim Voermanek, Student der Informationswissenschaften, erstellte damals eine Online-Projektarbeit im Fach Rechtsinformatik bei Prof. Herberger. Name der Arbeit: "Juristische Informationen im Internet - Projekt Prof. Herberger".

Man lese dazu: Achim Voermanek, Das Internet und Gopher, JurPC 1993, S. 2286 - 2292 (im JurPC-Internet-Faksimile-Archiv erreichbar über http://www.makrolog.de/jurpc.nsf; vgl. zum Archiv - und zum benötigten Plug-In - http://www.jurpc.de/aufsatz/19990150.htm).

Damals war das "World Wide Web", das heutige juristische Informationssystem, noch nicht entwickelt. Die damalige Informationsplattform nannte sich "Gopher" (englisch für Erdhörnchen). Da der Fachbereich Jura noch nicht über einen derartigen Gopher-Server verfügte, war das Projekt auf einem Gopher-Server der philosophischen Fakultät zu Gast, der wiederum von einer studentischen Initiative betrieben wurde, die sich "Internet-Projekt" nannte. Wahrscheinlich war dieses juristische Gopher-Angebot das erste Projekt dieser Art in Deutschland. Und da das Internet entgegen aller anderslautender Legenden Trampelpfaden nicht abhold ist, fanden ab da viele Juristen auf der Suche nach Orientierung im Internet-Dschungel den Weg nach Saarbrücken.

Der geduldigen Überredungsarbeit der Studenten konnte erst ein, dann ein anderer Professor nicht widerstehen. Nachdem der Informationswissenschaftler Alexander Sigel aus dem studentischen Projekt der Philosophischen Fakultät Weihnachten 1993 den ersten WWW-Server an der Uni Saarbrücken (www.phil.uni-sb.de) installiert hatte, erstellte Mischa Dippelhofer, ebenfalls Mitglied dieses Projekts, aber auch Jurastudent, in Absprache mit Prof. Herberger ab dem 3. Januar 1994 auf diesem Server die erste WWW-Sammlung juristischer Informationen in Deutschland. Titel: "Juristische Informationen im Internet".

Dieser Entwurf wurde im Februar 1994 in einer ersten Sitzung Prof. Herberger, Prof. Rüßmann und einigen interessierten Studenten vorgestellt. Da alle Teilnehmer von den neuen weltweiten Darstellungsmöglichkeiten begeistert waren, wurde beschlossen, einen eigenen juristischen WWW-Server aufzubauen und die Inhalte in wöchentlichen Projektsitzungen zu besprechen. Man kann diese Sitzung als die Geburtsstunde des Juristischen Internetprojekts betrachten.

Bereits in der folgenden Woche stellte Prof. Herberger einen PC (486er mit 16 MB RAM!) zur Verfügung, auf dem Alexander Sigel und Peter Franke vom Internet-Projekt der Philosophischen Fakultät Linux sowie einen WWW-Server installierten (Alexander Sigel taufte ihn "Jurix"). Der Server füllte sich schon bald mit Inhalten. Erster Webmaster war Mischa Dippelhofer, erster Administrator der Linux-Experte Wolfgang Larisch. Es war wohl wiederum der erste juristische WWW-Server in Deutschland.

Seitdem tagte auch die Projektsitzung, später Redaktion genannt, und das mit großer Regelmäßigkeit einmal die Woche, auch in den »Semesterferien«. Nur an den Feiertagen wie Weihnachten etwa gönnen wir uns eine Pause - es sei denn, der Server stürzt gerade an den Feiertagen ab. Auch von diesem(Hardware-, nicht Software-) Schicksal blieb das Projekt nicht verschont. Noch heute sprechen die Familien mancher Redaktionsmitglieder von diesem Heiligen Abend der besonderen Art im Jahre 1997. Neben Wolfgang Larisch wurde der Server ab 1995 auch von Florian La Roche betreut.

Daran, daß die Namen der beiden erwähnten Professoren heute im Projekt dort zu finden sind, wo das Gesetz eine Anbieterkennzeichnung erwartet, ist der Gesetzgeber nicht ganz unschuldig. Denn mittlerweile (das Juristische Internetprojekt Saarbrücken war schon etwas in die Jahre gekommen) hatte auch der deutsche Gesetzgeber das Internet entdeckt.

Dem ersten Webmaster folgte eine Dynastie von Webmasterinnen (sit venia verbo): Nicole Matheus »amtierte« bis Ende 1996, Iris Speiser danach bis Ende 1999, und heute ist Sonja Hampel in diesem Amt tätig.

Nachdem das Projekt ein wenig festen Boden unter den Füßen hatte, begann es bald, den Blick über die Grenzen zu werfen. Was lag (von Saarbrücken aus) näher, als zuerst nach Frankreich zu schauen. So entstand die französische Abteilung unter der Federführung von Rigo Wenning (jetzt Justitiar beim W3-Konsortium) in enger Zusammenarbeit mit den französischen juristischen Web-Maîtres, die 1997 zu einer Konferenz nach Saarbrücken kamen und die »Déclaration de Sarrebruck« initiierten.

Vgl. La conférence des maîtres du web du 16 au 17 novembre 1997 und (http://www.jura.uni-sb.de/france/conf/) La déclaration de Sarrebruck (http://juripole.u-nancy.fr/declaration.html)

Der französischen Abteilung folgte die englische, begründet von David Thorneloe, heute auswärtiges korrespondierendes Mitglied des Projekts in London.

Auf diese Weise gewann das Projekt eine internationale Dynamik, die inspirierend wirkte. Heute gibt es eine englische, französische, spanische, japanische, chinesische, koreanische, russische, portugiesische, georgische, türkische, italienische, griechische, tschechische und ungarische Abteilung. Wir hoffen, daß in naher Zukunft weitere Abteilungen dieser Art in den Sprachen der Welt hinzukommen. Denn der Internationalität des Internets können nationale Projekte nicht gerecht werden.

Zum 9. Deutschen EDV-Gerichtstag im Jahr 2000 hat sich das Internetprojekt ein neues Gesicht gegeben. Näheres zum Relaunch und einen Verweis auf unsere klassische Seite finden Sie hier.

Die Redaktion des Juristischen Internetprojekts Saarbrücken (JIPS)