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Kapitel 4
Die Rechtsbereinigung als stetiger Prozeß

Rechtsbereinigung ist dann besonders hilfreich, wenn ihr Ziel darin besteht, möglichst jederzeit eine aktuelle Bereinigte Sammlung darbieten zu können, so daß der Kontrollblick ins chronologische Gesetzblatt auf ein Minimum reduziert werden kann. Erhält man beispielsweise im Oktober eine Nachlieferung für Gesetzestexte mit Stand "Juli", muß man sich als Rechtsuchender zwar noch glücklich schätzen angesichts der Anzahl der erforderlichen Arbeitsschritte, die zu einem Druckwerk führen. Aber dennoch ist man gehalten, die gesamte Arbeit der Landes-, Bundes- und EU-Legislative über ein Vierteljahr nachzuvollziehen, um auszuschließen, daß man eine Textänderung übersehen hat.
Angesichts dieser Zielsetzung der Bereinigungsarbeit kann ein fest gebundenes Werk als Bereinigte Sammlung kaum ernst genommen werden. Diese Kritik gilt auch für Werke, die nur einen kleinen Ausschnitt der Rechtsordnung aktuell darstellen wollen. Sie können nur etwa ein halbes Jahr lang als verläßliche Referenz dienen. Das Problem wird dadurch anschaulich, daß seriöse Werke dieser Art häufig mit einem kleinen Beihefter für Nachträge erscheinen. Da die Rechtsordnung aufgrund der pausenlosen Tätigkeit der normsetzenden Instanzen stetigem Wandel unterworfen ist, muß auch die Rechtsbereinigung im Idealfall einen stetigen Prozeß darstellen.



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